Donnerstag, 9. März 2017

Buchrezension: Warum jemand nicht mehr glauben kann von Tom Bisset

Buchrezension „Warum? Jemand nicht mehr glauben kann“ von Tom Bisset

Dieses Buch habe ich zufällig entdeckt und war einfach neugierig, wenn auch kritisch. Denn ich fand es etwas gewagt, wenn nicht sogar gefährlich, darauf eine umfassende und grundlegende Antwort als Autor geben zu wollen. 
Trotzdem machte es mich neugierig und so begann ich zu lesen.
Der Autor Tom Bisset gibt in diesem Buch Einblicke in viele Gespräche, die er mit Menschen führte, die ihren Glauben verlassen und hinter sich gelassen haben. Es geht dabei vorrangig um Menschen, die von klein auf in christlichen Familien und Umfeldern aufgewachsen sind und später als Jugendliche/junge Erwachsene eine bewusste Abwendung zu dem Glauben vollzogen haben.

 Schnell wird deutlich, dass es so viele Gründe geben kann, dass man die Frage gar nicht allumfassend und allgemeingültig beantworten kann. 
Trotzdem hat er vier Gründe immer wieder in Gesprächen zu hören bekommen, die zur Ablehnung des Glaubens geführt haben.
Auch zieht er Parallelen von biblischen Beispielen, wo z.B. Demas den Glauben hinter sich lässt (Phil. 24; 2. Tim. 4,10), oder die Geschichte von Hofni und Pinhas, die trotz ihres guten Vorbildes eines gottesfürchtigen Vaters Eli ruchlose Männer waren (1. Sam. 2,12- 4,22).

 Mich persönlich hat das Kapitel sehr bewegt, in dem es heißt, dass wir als Eltern uns oft so sehr das Gute und Richtige für unsere Kinder wünschen, dass wir sie regelrecht unter Druck setzen, eine Entscheidung für Gott zu treffen und beginnen, das richtige Verhalten und Denken in sie zu pressen. 

Dabei besteht die Gefahr, dass Kinder beginnen den Glauben der Eltern zu leben und das scheinbar Richtige zu tun und alles zu erfüllen, was ihnen vorgegeben wird. Statt das Evangelium vorzuleben und die Seele unserer Kinder im Gebet vor Gottes Thron zu geben und Gott sein Erlösungswerk aus Gnade tun zu lassen, besteht die Gefahr, durch Kontrolle und fehlende Erziehung zur Eigenverantwortung nur einen Namenschristen zu erziehen. 

Dies ist nach außen kaum erkennbar, wird aber oft in menschlichen Krisen offenbar, wo Außenstehende fassungslos sind, wie „DER“ oder „DIE“, die so fromm und christlich gewesen sind, ihren Glauben hinter sich lassen konnten.

Immer wieder führt der Autor den Leser zur Wurzel: Nämlich dass wir das wahre Evangelium, ein echtes Gottesbild, einen persönlichen Glauben und eine klare, mündige und eigenständige Entscheidung brauchen. Nur dies führt zur Freiheit in Christus und Wachstum und Stärkung des Glaubens und der Beziehung zu Gott. Nur so kann ein Christ verankert bei Gott sein, egal wie die Umstände sind.

„Lehrt sie! Zeile für Zeile, Grundsatz für Grundsatz, tagein, tagaus: Lehrt sie! Vom ersten Moment an, von dem sie ihr Denken gebrauchen können, bis hin zu den schwierigsten theologischen und philosophischen Disskusionen während ihrer Studienjahre an der Universität: Lehrt sie! Bringt ihnen das Wesentliche über Gott und seine Wahrheit bei. Lehrt sie, wer Gott ist, was er gesagt hat und was er von uns erwartet. Haltet nichts zurück. Sprecht über Liebe, Gnade, Sünde, Gericht und andere Realitäten bei Gott, bis sie im Leben eurer Kinder und ihrer Art, über die Welt zu denken, tief verankert sind.“ (Zitat S. 99f).
Mir hat dieses Buch erneut die Augen geöffnet, dass ich für mein geistliches Leben Verantwortung trage und dass es meine Pflicht ist, die Kinder Gottes Wort zu lehren und sie zu unterweisen. Aber dass meine Kinder NUR und ALLEIN durch Gnade Gottes gerettet werden können, nicht durch die Erziehung zu möglichst frommen, angepassten und christlichen Verhalten. 

Nur wenn sie die Wahrheit kennen, können sie sich frei dafür oder dagegen entscheiden. Aber wir können sie nicht drängen, zwingen oder einengen, damit sie entscheiden, was WIR für sie wünschen.
   

(Bisset, T. (2005): Warum? jemand nicht mehr glauben kann, CLV, Bielefeld.  ISBN: 3-89397-971-9)


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Kommentare:

  1. Danke für diesen umfassende Buchbeschreibung. Ein wirklich tiefsinniges Buch. Man muss es mögen, denke ich.
    Einen schönen Abend wünscht dir
    Irmi

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  2. Ersteinmal ein "Danke schön" für die Glückwünsche an Robert.
    Und dann noch ein "Danke schön" für die Buchbeschreibung. Das hat mich neugierig auf das Buch gemacht.
    Mal schauen ob es das in der Bücherei gibt.
    Ich bin schon ein bisserl in Deinem Blog versunken, er gefällt mir
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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  3. Lieben Dank, Irmtraud und Elisabeth!
    LG, Tina

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