Samstag, 4. März 2017

Das GUTE und SCHÖNE sehen und erkennen

 Mein Sohn hört momentan gern Radio und kommt ab und zu begeistert mit Liedern runter, die er mir zeigen will.

Er hat einen kleinen MP3-Player, auf dem wir ihm Musik rüber spielen, die er dann mit seinen Jungs beim bolzen draußen hört (JEDER besitzt diesen MP3-Player und so hat jeder Lieder, die sie dann untereinander "tauschen" ;-) ist total interessant sie manchmal dabei zu beobachten). 

Da es viele Texte in Englisch gibt, die er nicht versteht, filtern wir noch etwas raus und geben nur Lieder frei für den MP3-Player, die frei von obszönen und sexistischen Inhalten sind und erklären ihm auch, WARUM wir das tun. Aber das ist ein anderes Thema ;-). Nur zum Verständnis, warum unser doch 12 1/2 jähriger nicht allein wahllos Musik aus dem Internet ziehen darf ;-).

Ein Lied hat mich zum nachdenken angeregt.
Dabei geht es auch um eine Liebe, die man gehen lässt, um zu erkennen, wie sehr man sie doch geliebt hat. Und dass man oft erst erkennt was man hatte, wenn es weg ist.

Dabei gebraucht der Text viele Vergleiche:



Du brauchst das Licht nur, 
wenn es schwach leuchtet! 


Vermisst die Sonne nur, 
wenn es anfängt zu schneien!

Weißt nur, dass du glücklich warst,
wenn du dich niedergeschlagen fühlst!

Hasst die Straße nur, 
wenn du dein Zuhause vermisst! 



Ich fand, dass die Vergleiche wirklich GUT sind und dass sie beschreiben, wie wir Menschen oft ticken.

Geht es uns gut, nimmt man es meist selbstverständlich. 

Geht es uns nicht mehr gut, vermissen wir das Selbstverständliche und sehen erst bewusst, was wir GUTES hatten.

Das GUTE und SCHÖNE wird zu schnell SELBSTVERSTÄNDLICH.

Und man strebt zu BESSEREM, zu MEHR und zu STEIGERUNG, um sein Glück wieder spüren zu können.

Hedonismus nennt man das. Das ganze Handeln und Streben ist Glück, Steigerung des Glücks und man kommt in einen Kreislauf, der irgendwann zerbrechen WIRD.

Genau wie wirtschaftliches Wachstum irgendwann stagniert, weil der Markt gesättigt ist (außer man ist eine Gesellschaft wie unsere, die Wachstum immer weiter steigert, indem man andere ausbeutet und produziert, um mindestens 50% wegzuwerfen, weil es nicht benötigt wird. Aber auch das ist ein anderes Thema!), ist auch Glück irgendwann nicht mehr steigerbar. 

Der Mensch ist ein Gewöhnungswesen, und an Glück, Reichtum und Wohlstand kann man sich gewöhnen und man braucht MEHR und MEHR und MEHR, um wieder dieses GEfühl zu haben.

WARUM können wir Menschen nicht einfach mal DANKBAR sein und ZUFRIEDEN bleiben?

Ich glaube NEID und die Kirschen in Nachbars Garten spielen eine große Rolle.

Auf einer Frauenfreizeit im November sagte die Rednerin:

Wenn das Gras in Nachbars Garten schöner aussieht als Deins, dann beginn Deinen Garten zu pflegen.

Wie wahr!

Das fiel mir bei diesem Liedtext auch ein. 

Ich gehöre zu den wenigen 10% auf dieser Welt, die REICH sind.

Ein Dach über dem Kopf, wo man enorm viel Luxus genießt: fließend Wasser, Strom, Wärme und sogar JEDER ein eigenes Zimmer!

GENUG Geld, um Essen, KLeidung und ein Auto zu bezahlen.

GESUNDHEIT, und ein Gesundheitswesen, welches zu den Top Ten im oberen Bereich gehört.

Statt unzufrieden zu sein, dass das Haus zu klein, der Garten zu mickrig, die Waschmaschine zu alt, das Auto zu unluxeriös, das Sofa zu hässlich UND UND UND...

... sollten wir voll Dankbarkeit gegenüber Gott und Demut und Zufriedenheit unseren Garten pflegen und lieben.

Dann sehen wir nicht erst bei Verlust, was wir doch Gutes hatten.

1 Kommentar:

  1. Das ist wahr - auf der anderen Seite ist das Gras eben oft grüner.

    Mittlerweile habe ich aber gar keine Lust mehr, mir Gedanken darüber zu machen, was ich noch besser, schöner, schneller haben könnte. Ich habe alles, was ich mir wünsche. Und dafür bin ich in der Tat sehr dankbar.
    Unsere Arbeit mit Bereitschaftspflegekindern und aktuell auch der Kontakt mit Flüchtlingen hat dieses "ich habe wirklich alles" noch verstärkt.
    Ebenso wie weitgehender Verzicht auf irgendwelche Medien, die dir ständig vorgaukeln, was du alles noch brauchst.

    Was bei all dem materiellen Denken auch oft verloren geht, sind persönliche Beziehungen, fürchte ich. Und die sind in meinen Augen so viel wichtiger als "schneller, schöner, größer".

    Zufriedene Grüße vom
    LandEi

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