"Ich WILL aber!!!!!"...

...Oder: Was das Leben mit Kindern mich über mein Leben mit Gott lehrt!

Heute saßen wir nach dem Gottesdienst am Mittagstisch (Wenn ihr das lest, ist das eine Weile her, weil ich Beiträge dann schreibe, wenn es mir einfällt und dann gerne im Blog nach und nach datiert veröffentliche) und es war eine schöne Atmosphäre. Das Essen schmeckte wirklich JEDEM und dass die Sonne sich nach einem grauen und verregneten Vormittag zeigte, trug ebenfalls zur guten Laune bei.

Nach dem Essen durfte unsere Jüngste sich ihre Süßigkeiten (die teilen wir einmal am Tag zu, wenn danach gefragt wird) mit ins Zimmer nehmen, um es sich bei einer neu geliehenen CD gemütlich zu machen. 

Da fiel mir ein, dass unsere Mittlere noch einen leckeren Nachtisch im Kühlschrank vom Vortag hatte. Sie war zu einem Geburtstag eingeladen und hat daher lieber Platz für Kuchen gelassen und den Nachtisch aufbewahrt.

Nun rief ich die Mittlere, um ihr zu sagen, dass sie den Nachtisch haben könne. Keine Minute später kam ein Jaulen und Schluchzen aus dem Zimmer der Jüngsten: "Ich will aber aaaauch Nachtisch!"

Ich rief ihr zu, dass sie ihren doch schon gegessen hatte und nun doch auch eine Süßigkeit zum naschen hat.
Nichts von der Erklärung beeindruckte sie.

"ICH WILL AAAAAAABER AUCH!"

Was die größeren Geschwister zum schmunzeln und lachen brachte, brachte mich zum nachdenken.

Ich ging hoch und mitten im Zimmer stand dieses Süße Mädchen tränenüberströmt, die Mundwinkel von Schokolade verschmiert, einen angebissenen Keks in der Hand und Krümel im Mund. Und schreit und jammert nach MEHR.

Lehrt mich diese Situation nicht auch SEHR viel über mein Leben vor Gott?

Ich bin reich beschenkt, lebe aus lauter unverdienter Gnade in einem der reichsten Länder, besitze soviel Überfluss, dass wöchentlich volle Mülltonnen vor meinem Haus geholt und entsorgt werden müssen und brauche MINUTEN morgens, um überhaupt entscheiden zu können, WAS SOLL ICH ANZIEHEN von alledem, was im Schrank hängt und liegt?!

Und trotzdem begreife ich meine vollen Hände nicht, sondern sehe oft nur das, was ich NICHT habe!

Mir stehen Unzufriedenheit im Herzen, weil ich etwas nicht haben oder erreichen kann, was andere halten oder besitzen oder erreichen. 

Meine Augen sind nicht auf das gerichtet, was ich im Mund und Händen und um mich herum habe, sondern auf NOCH MEHR MEHR MEHR.


Die Bibel redet aber deutliche Worte:

"Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab!
Denn zu diesen gehören die, welche sich in die Häuser einschleichen und die leichtfertigen Frauen einfangen, welche mit Sünden beladen sind und von mancherlei Lüsten umgetrieben werden, die immerzu lernen und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können.
 
2. Tim. 1-7
 
Diese Lektion hat bei mir gesessen.
 
Nicht "Ich will aber", sondern "Danke Herr für Deine Gnade,lass mir diese genügen". 

    

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gehorsam, Autoritäten und andere Fragen...

Meine Gemeinde!