Die Geschichte vom kaputten Löffel

Unsere Kleine Maus (gerade 2 geworden), testet momentan viel aus, ist neugierig und ist viel auf Achse im Haus.

Eines Morgens entleerte ich gerade die Spülmaschine, während sie mit der Besteckschublade beschäftigt war. Sie räumte die Sachen hin und her und wieder ordentlich zurück. 

Und dann begann sie erneut (das hat sie in letzter Zeit gern und oft gemacht) die Plastiklöffelchen auf Biegsamkeit zu testen. Und nebenbei versuchte sie die Farben zu bestimmen (was immer besser klappt und sie vertut sich meist nur bei Gelb und Grün). Und plötzlich "KLACK", der Löffel ist kaputt gebrochen von all der Biegerei!





Das gab großes Geheul und dicke Tränen. Sie war untröstlich und hielt mir den Löffel hin: "Mama, kaputt. Löffel is kaputt. Mama, heile! Ja? " Ich musste lächeln, dass für sie ein kleiner Plastiklöffel der kaputt ging so ein Drama war. Aber da sie untröstlich war, haben wir den Löffel mit Panzertape (;-) ich habe keinen Sekundenkleber da) geklebt. Sie war so glücklich darüber und freute sich.






Sie ist noch klein. In ihrer Vorstellung ist fast jedes Problem für Mama und Papa zu lösen. In ihrer Vorstellung ist ein mit Panzertape umwickelter, zerbrochener Löffel heile und ihre kleine Welt wieder voller Zufriedenheit und Glück!

Ich musste dabei an uns Erwachsene denken.

Wie oft biegen wir an Dingen im Leben hin und her und sind dabei unachtsam, ob wir jemandem damit Schaden oder verletzen. 

Wie oft sind wir wie dieses kleine Mädchen mit dem Löffel!

Wir sind Menschen mit Fehlern und Macken. Und es kann passieren, dass wir andere verletzen. Aber wie wir damit umgehen, das ist die Frage, was daraus wird.

Ich fand die Reaktion meiner Tochter sehr nachahmenswert. Auch wenn der Löffel kaum was wert ist und noch zehn andere Plastiklöffel in der Schublade waren, so wollte sie ihn nicht so kaputt lassen. Sie hat geweint, als hätte sie einen goldenen Löffel zerbrochen.

Mich hat es die Parallele zu uns großen Menschen und unseren Beziehungen ziehen lassen.

Wie oft sind wir unachtsam und haben ein dickes Fell gegenüber den Menschen um uns herum. Beachten nicht, wo wir vielleicht Gutes tun, helfen und "kleben" können. 





Wir werden nicht die Welt retten können. Wir werden nicht allen Menschen helfen können. Aber wir können mit offenen Augen und sensiblen Herzen durch unser Leben gehen und da helfen, wo uns der sinnbildlich kaputte Löffel in den Weg kommt.

Kommentare

  1. Was für eine rührende Geschichte.
    Ja - wir sollten uns öfter mal ein Beispiel
    an den Kindern nehmen. Sie sehen die Welt
    noch mit anderen Augen.
    Einen harmonischen Valentinstag wünscht dir
    Irmi

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    1. Dankeschön! Ganz im Sinne von "Werdet wie die Kinder"!
      LG

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  2. Das hast du schön geschrieben, ja ich muss mir das auch immer wieder bewusst machen.
    Danke für deine wunderbaren Zeilen !
    Liebe Grüße

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    1. Das stimmt. Man muss es sich immer wieder bewusst machen. Der Alltag mit all seinen Aufgaben und Ablenkungen raubt uns manchmal unseren offenen Blick.
      LG

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  3. Und wie schnell wäre ich bereit ihr zu erklären dass es noch so viele andere Löffel gibt,statt diesen "heile" zu machen... Danke für diese anschauliche Lektion!
    Einen wunderschönen sonnigen Tag wünsche ich Dir,Irene

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    1. Oh Danke, liebe Irene! Freue mich von Dir zu lesen. Die Sonne haben wir SEHR genossen!
      LG

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  4. schönes beispiel!! Danke für deine Worte, es regt sehr zum nachdenken an. LG Lydia

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