Samstag, 12. August 2017

Sparsamkeit- Ganz Praktisch- (1)

Sind wir mal ganz ehrlich...

... in allen Familien mit mehreren Kindern und mit (phasenweise oder dauerhaft) nur einem Alleinverdiener ist Geld ein Thema. Zumindest wenn der Ehepartner kein Großverdiener ist :-).

Und somit muss man manchmal abwägen, was einem wichtig ist, wie das Geld eingeteilt wird und wie groß das Budget für welchen Bereich ist.

Da kommen Spartipps sehr gut und wenn sie dann noch besser sind wie das bisherige Mittel oder Gewohnheit, dann freut man sich doppelt!




 
  


Ich stelle neuerdings mein Deo selbst her.

Da Antitranspiranten immer Aluminiumverbindungen enthalten und Aluminium in der Kritik steht Erkrankungen auszulösen oder zu begünstigen (Hier ein Beispiel), habe ich schon länger überlegt, was für Alternativen es gibt. 
Da Deos ohne Aluminium meist nur mit Duftststoffen evtl. Geruch überdecken und nicht verhindern, ist das für mich (und sicher für meine Mitmenschen um mich herum ;-)) keine gute Alternative. Zudem finde ich süße und fruchtige und aufdringliche Düfte ganz furchtbar und unangenehm.

Da bin ich über Pinterest auf Rezepte gestoßen, um aluminiumfreies Deo herzustellen.

Ich war SEHR sehr skeptisch, was das verhindern von Schweißgeruch anging, zumindest über einen ganzen Tag hinweg!

Aber habe es nun mehrere Tage getestet und bin völlig begeistert und empfehle es wirklich weiter!

Hier das Rezept:

50 gramm Kokosöl
12 gramm Speisestärke
12 gramm Natron
nach Wunsch kann man auch einige Tropfen ätherisches Öl hinzufügen, finde ich aber unnötig, da der zarte Kokosduft angenehm und unaufdringlich ist!

Wer sehr sehr stark schwitzt, der kann auch mehr Natron verwenden, es ist nicht schlimm.

Im Wasserbad das Kokosöl schmelzen und alles einrühren und wieder härten lassen.
Es hat eine angenehme cremige Konsistenz und pflegt die Haut, statt sie auszutrocknen!

Und auf lange Sicht DEUTLICH billiger, wie ein vernünftiger Antitranspirant... und DEUTLICH gesünder und pflegender zusätzlich!

Mein erster Spartipp und Gewinntipp fürs Portemonaie und Gesundheit!
 

Montag, 7. August 2017

Schönheit genießen...

Ich gehe gerne in den Wald, wenn es sich zeitlich machen lässt.

Dort ist der Alltag mit seinem Streß und Aufgaben und to Do´s mal für eine Weile still und diese erdige, feuchte Luft in der Nase ist einfach toll!





Dort werden unruhige, nörgelige oder genervte Kinder ruhig und ausgelassen. Ein paar Steine ins Wasser werfen, Stöcke und Pilze suchen und die Kinder sind meist wie ausgewechselt!





Dort spürt man eine gewisse Ehrfurcht, wenn diese gigantischen Bäume unter dem Wind ächzen und rauschen und wenn man hockblickt in die wiegenden Kronen, dann wird einem fast schwindelig!





Geht öfter mit den Kindern in die Natur! Lasst sie sie Stille und Schöpfung genießen!
Zeigt den Kindern, dass Gott in seiner kreativen Schöpfung erkennbar ist!
Lehrt die Kinder, dass nichts von selbst entstanden ist und eure Seele dies in der Natur erkennen kann, wenn ihr die Stille sucht!



  


Psalm 104: Ein Loblied auf den Schöpfer

Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, wie groß bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet. 
Du hüllst dich in Licht wie in ein Kleid, du spannst den Himmel aus wie ein Zelt.
Du verankerst die Balken deiner Wohnung im Wasser. Du nimmst dir die Wolken zum Wagen, du fährst einher auf den Flügeln des Sturmes.
Du machst dir die Winde zu Boten und lodernde Feuer zu deinen Dienern.
Du hast die Erde auf Pfeiler gegründet; in alle Ewigkeit wird sie nicht wanken.
Einst hat die Urflut sie bedeckt wie ein Kleid, die Wasser standen über den Bergen.
Sie wichen vor deinem Drohen zurück, sie flohen vor der Stimme deines Donners.
Da erhoben sich Berge und senkten sich Täler an den Ort, den du für sie bestimmt hast.
Du hast den Wassern eine Grenze gesetzt, die dürfen sie nicht überschreiten; nie wieder sollen sie die Erde bedecken.
Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern, sie eilen zwischen den Bergen dahin.
Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, die Wildesel stillen ihren Durst daraus.
An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang.
Du tränkst die Berge aus deinen Kammern, aus deinen Wolken wird die Erde satt.
Du lässt Gras wachsen für das Vieh, auch Pflanzen für den Menschen, die er anbaut, damit er Brot gewinnt von der Erde
und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit sein Gesicht von Öl erglänzt und Brot das Menschenherz stärkt.
Die Bäume des Herrn trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat.
In ihnen bauen die Vögel ihr Nest, auf den Zypressen nistet der Storch.
Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht.
Du hast den Mond gemacht als Maß für die Zeiten, die Sonne weiß, wann sie untergeht.
Du sendest Finsternis und es wird Nacht, dann regen sich alle Tiere des Waldes.
Die jungen Löwen brüllen nach Beute, sie verlangen von Gott ihre Nahrung.
Strahlt die Sonne dann auf, so schleichen sie heim und lagern sich in ihren Verstecken.
Nun geht der Mensch hinaus an sein Tagwerk, an seine Arbeit bis zum Abend.
Herr, wie zahlreich sind deine Werke! Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschöpfen.
Da ist das Meer, so groß und weit, darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und große Tiere.2
Dort ziehen die Schiffe dahin, auch der Leviátan, den du geformt hast, um mit ihm zu spielen.
Sie alle warten auf dich, dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit.
Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein; öffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem.
Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstört; nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurück zum Staub der Erde.
Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen und du erneuerst das Antlitz der Erde.
Ewig währe die Herrlichkeit des Herrn; der Herr freue sich seiner Werke.
Er blickt auf die Erde und sie erbebt; er rührt die Berge an und sie rauchen.
Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe, will meinem Gott spielen, solange ich da bin.
Möge ihm mein Dichten gefallen. Ich will mich freuen am Herrn.
Doch die Sünder sollen von der Erde verschwinden und es sollen keine Frevler mehr da sein. Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja! 

Mittwoch, 2. August 2017

Gottes Schöpfung- nicht "Mutter Erde"

Gottes Schöpfung ist so wunderbar, dass man garnicht anders kann, als einen Schöpfer hinter dieser verschwenderischen Schönheit und detailierten Ideen zu vermuten...
























  


Denn es wird offenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, wird seit Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien; weil sie Gott kannten, ihn aber weder als Gott verherrlichten noch ihm Dank darbrachten, sondern in ihren Überlegungen in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde.
 (Römer 1, 18-21)


Donnerstag, 27. Juli 2017

Kleine Auszeiten...

Ende Mai habe ich von meiner Familie eine kleine Auszeit geschenkt bekommen.









Da unser Nesthäkchen immer noch sehr sehr sehr an mich gebunden ist und nirgendwo bleiben möchte außer bei Mama, ist es manchmal sehr sehr fordernd und man sehnt sich manchmal einfach nach Momenten, in denen man mehr als 3 Seiten lesen schafft und Ruhemomente zum auftanken findet.











Trotzdem hat es mir zu schaffen gemacht, die kleine Maus für zwei Nächte zu "verlassen". Da sie aber schon 2 Jahre und 3 Monate gewesen ist, habe ich es gewagt.






Sie hat es schon "gerochen" und mich die Tage vorher kaum aus den Augen gelassen.






Nicht falsch verstehen! Ich finde es nicht lästig, dass ich solange ein Anhängsel habe! Ich bin absoluter Befürworter, dass man Kindern ihr natürliches Tempo der Loslösung von der Hauptbezugsperson lässt (ist ca zwischen 2 1/2 und 3 1/2 Jahren der Fall entwicklungspsychologisch betrachtet). Aber es kostet natürlich Kraft und Zeit, wenn man 24 Stunden an 7 Tagen jederzeit zur Verfügung steht und nebenbei noch die Geschwister, Haushalt, kleinere Aufträge und Sonstiges erledigt werden muss.






Ende Mai war es dann soweit, dass ich in ein kleines Diakonissenhäuschen aus dem 17. Jahrhundert in Bremen aufgebrochen bin mit einer lieben Freundin.






Tasche voller Bücher, Bibel, Notizblöcke und ganz viel Aufregung :-)





Es war wirklich schön und erholsam.





Viele gute und tiefe Gespräche mit meiner Freundin, welche uns auch für unsere Freundschaft eine neue Ebene des Tiefgangs und Vertrauens gegeben haben (denn ganz ehrlich, mit insgesamt 6 Kindern zusammen bleibt Zeit für ernste und tiefgehende Gespräche ohne ein nörgelndes, schreiendes oder forderndes Kind wirklich Rar).





Das Wetter war ebenso einfach himmlisch gut und von Gott geschenkt.





Wir verbrachten viel Zeit in der Natur, am See und abends in der Hütte am See.





Es war sehr segensreich und wertvoll!





Trotzdem freute ich mich sehr auf meine Familie und Kinder und Dank des guten Planschewetters war auch das Nesthäkchen ganz gut drauf und abgelenkt.




 

Samstag, 22. Juli 2017

Wovor hast DU Angst?


In den letzten Monaten beschäftigt mich das Thema Furcht/Angst/Sorge sehr.

Es gibt Momente im Leben (in meinem Leben), wo man völlig im Unreinen ist mit sich und seinem Leben.

Es ist nicht greifbar.

Es ist nicht formulierbar.

Es ist kein klares Gefühl.

Es ist ein Mischmasch-Chaos, was einen auffrisst und alles in Aufruhr bringt.

Es ist fast unmöglich die Ursache zu benennen, noch den Weg aus diesem Chaos zu finden.

Sicherlich ist es eine Mischung aus Vielem, was auf uns Menschen einströmt.

Unsere Sinne sind oftmals bis zum Äußersten gereizt und beansprucht und (je nach Lebenssituation und Lebensphase) fehlen Auszeiten und Ruhephasen, in denen man sortiert, reflektiert und Ordnung reinbringt.

Nicht immer sind Lösungen parat, so sehr man sie herbeisehnt.

Nicht immer kann man den Kabelsalat der Gedanken, Gefühle und Eindrücke sortieren und entwirren.

Das kann einen aus der Bahn werfen.

ÜBERFORDERN.

Müde machen.

RESIGNATION.

Aber diese Unruhe in einem... gibt keine Ruhe.

Wenn alle Umstände Dich umhauen, wirr machen und überfordern... 

... Dich in Sorge und Angst versetzen...

... Dir den Schlaf rauben...

... Deinen Alltag auf den Kopf stellen...

... Dich an die Grenzen Deiner Belastbarkeit und Deines Glaubens katapultieren...

... dann frag Dich...

WER ist größer?

GOTT

oder

die Umstände?

Die Frage ist für mich ein Anker im Alltag.

Denn wenn mir ALLES zuviel ist und ich mich zerbrochen, müde, enttäuscht, verletzt, verwundet und hilflos fühle...

... dann ist GOTT da.

Er löst nicht alle Probleme. Zumindest nicht nach meiner Wunschvorstellung.

ABER er löst meine Identität von meinen Umständen.

Ich bin geliebt, umsorgt und getragen.

MITTEN in meinen Umständen.

Und ich darf TROTZ meiner Umstände zu GOTTES Ehre leben.

Ich muss nicht Angst haben und nicht in irgendeiner Rolle und Erwartung stecken bleiben.

Denn GOTT nimmt mich an, gibt mir seine Gnade und gibt mir Hoffnung anstelle meiner Ängste und Sorgen.

Mittwoch, 19. Juli 2017

Rezept: Morgenmuffelchen Brötchen

Wer mich kennt weiß, dass ich eher die spontane Bäckerin bin.

Gerade zum Frühstück muss es flott und unkompliziert gehen, zudem muss es abänderbar und variabel sein, da ich gern mal nach Lust und Laune mit Kartoffeln als Mehlersatz, Körnern und Gewürzen experimentiere.

Und den Kindern muss es auch schmecken, sonst kann ich mir die Mühe auch sparen ;-)

Generell backe ich fast alles mit 1050er Weizenmehl.

Die Zahl hinter der Mehlsorte beschreibt den Anteil von Nähr- und Ballaststoffen im Mehl.
Das bedeutet: Umso kleiner die Zahl ist, umso weniger nutzen hat es für Magen- und Darmbereich. Denn Ballast- und Nährstoffe sind absolut wichtig für den Körper, Stoffwechsel und Verdauung. Aber das ist ein anderes Thema zum googlen für Interessierte ;-)



  


Die Menge reicht für ca 8 Brötchen und füllt eine Springform.






Die Schnitte im Hefeteig mache ich mit meinem Apfelteiler, das macht die Brötchen richtig hübsch.






Das benötigt ihr:

400 Gramm Mehl 
10 Gramm Hefe
250 ml Wasser
1 TL Salz
1 TL Zucker
(1 Tl Öl)

Für das bestreuen des Bodens nehme ich gern Haferflocken und oder Körner.






Den zubereiteten Hefeteig lasst ihr gehen und knetet ihn dann nochmal zusammen. 
Dann formt ihr 8 gleichgroße Teiglinge und knetet daraus auf Spannung (heißt, dass ihr immer wieder den Teig von außen nach innen faltet, dass die obere Seite ganz prall wird und der Teig wird dadurch viel fluffiger!) kleine Brötchen und setzt diese in die Springform. Dann den Teig einritzen, oder das mit einem Apfelteiler machen.

Je nach Vorliebe befeuchten und mit Körnern bestreuen, oder einfach mit Mehl bestäuben. 






Über Nacht zugedeckt im Kühlschrank lagern und am Morgen im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad 20-25 Minuten backen, je nach Ofen kürzer oder länger.

Hier hat das Rezept den Geschmackstest bestanden!







 

Montag, 19. Juni 2017

Nach langer Zeit...

... mal kurz reinhuschen...

Kopf ist zwar voller Ideen, die mitteilungswürdig sind, aber die liebe Zeit und aktuelle Prioritäten lassen den Blog gerade ruhen...

TROTZDEM...

gibt es einen Link, den ich unbedingt mitteilen möchte, weil aktuell Bade- und Planschsaison ist.

Es geht um Sekundäres und Trockenes Ertrinken!

Ich kannte es schon länger, aber es geriet in Vergessenheit.

Es gibt kaum Eltern, die es kennen oder gar Symptome erkennen könnten.

Ich kam beim einloggen in meine Emails auf diesen Hinweis und finde, dass es teilenswert ist:


Vielleicht gibt es mich demnächst wieder öfter hier, habe sooo viele schöne Fotos zu zeigen.

Bis bald, Tina    

Montag, 20. März 2017

Stille...

Die größten Ereignisse-
das sind nicht unsere lautesten,
sondern unsere stillsten
Stunden. 



Dienstag, 14. März 2017

Wenn Kinder ANDERS sind...

... und in kein Raster passen.

Lange, lange habe ich überlegt, ob ich über dieses Thema schreiben soll.

Es ist ein WICHTIGES Thema. Aber trotzdem ein Thema, wo man meist ALLEIN steht und lieber den Mund hält, weil man mit Argwohn, Missgunst und Ausgrenzung zu kämpfen hat.

Ein NÖTIGES Thema, weil es oft unerkannt bleibt und dem Kind "falsche" Diagnosen drohen und es selbst unter Pädagogen kein Grundwissen aus der Ausbildung/Studium ist.

Ein AKTUELLES Thema, weil es ein Trend ist, dass viele Eltern meinen, dass ihr Kind betroffen ist. Aber Prozentual sind es nur ungefähr zwischen 2,13 und 13,59% der Kinder, bei denen die "Diagnose" gestellt werden kann.

Es geht um überdurchschnittliche Begabung bzw. Inselbegabung bzw. richtige Hochbegabung bei Kindern.

Wenn man sich austauschen möchte, mitteilen möchte oder einfach nur seine Sorgen und Probleme unter anderen erzählen möchte, schlägt einem so manches Mal unterschwellige Ablehnung entgegen, oder man wird lächerlich gemacht "was habt ihr denn bitte Probleme, euer Kind lernt wenigstens gut!"

Wenn das Kind im "unpassenden" Alter Dinge tut oder äußert, die eigentlich deutlich ältere Kinder tun, dann wird man als Eltern oft als übermotiviert abgestempelt und das Kind ist das "Opfer" von Eltern, die es dazu zwingen, BESONDERS viel zu lernen und zu können.

Manchmal ist man dazu geneigt, das Licht des Kindes krampfhaft unter den Scheffel zu stellen und jede Aufmerksamkeit zu meiden, weil es mühsam und anstrengend ist, sich zu rechtfertigen oder man müde ist, verurteilt zu werden.

Im Kindergarten kämpft man auch bei Erziehern gegen Vorurteile, die einfach aus fehlender Ausbildung in dieser Thematik herrühren, weshalb wir den Erziehern auch keinesfalls Vorwürfe machen möchten!
  
Im Großen und Ganzen bleibt diese Hochbegabung bei Mädchen viel öfter unbemerkt, weil sie ihre Langeweile und Unterforderung anders kompensieren wie Jungs und weniger "Verhaltensauffällig" werden.


Kurz zu unserer Geschichte:

Unser erstes Kind war für uns GANZ Normal und wir hatten keine Vergleichswerte.

Nachdem er bei der Geburt unter starkem Streß und akutem Sauerstoffmangel und schlechter o2-Sättigung und fehlendem Atemimpuls erst mal einige Stunden intensiv überwacht werden musste, machten wir uns längere Zeit Sorgen, ob er sich vom Gehirn gut entwickeln würde, oder ob es längerfristig Folgen haben könnte.
So etwas ist nicht ausgeschlossen und umso dankbarer waren wir, als die U´s beim Kinderarzt zufriedenstellend ausfielen.

Damit waren wir glücklich und zufrieden und alles Gut.

Dass er Entwicklungsstufen übersprang (z.B. krabbelte er NIE und begann mit 9 Monaten erste tapsige Schritte und mit genau 10 Monaten konnte er frei laufen. RICHTIG laufen) und mit 12 Monaten zu reden begann wie ein Wasserfall, das kam uns nie Besonders vor.

Mit 1 1/2 begann er Sätze zu bilden und mit 2 Jahren war sein Satzbau sehr ausgeprägt und der Kinderarzt war völlig begeistert über so einen ausgeprägten Wortschatz und so ein gewitztes Wortspiel.

Zur gleichen Zeit begann er sich für Buchstaben zu interessieren. Überall entdeckte er Worte und Buchstaben wieder und er wollte alles erklärt bekommen.Noch vor dem dritten Geburtstag konnte er alle Buchstaben (Groß- & Kleinschreibung) unterscheiden. Damit endete dieses einseitige Interesse und wir waren beruhigt, dass er nicht lesen lernen wollte, denn das sollte er sich lieber für die Schule aufbewahren.

Zu seinen ersten Worten gehörten auch Worte, die man nicht bei Kleinkindern erwartet. Denn seine Interessen waren auch nicht kindgerecht. Er war völlig fasziniert von "Tichtooood" (Übersetzung: Strichcode ;-)) auf sämtlichen Gegenständen.

Er liebte geordnetes Chaos. Spielen ging nur, wenn er ALLES an Spielzeug im Zimmer verteilt hat und danach suchte er sich eine Sache aus, mit der er sich beschäftigte. Vor allem Stapelbecher liebte er und er mochte es, wenn er verschiedene Set´s an Stapelbechern parallel ineinander und auseinander stapeln konnte.

Er "spielte" auch auf SEINE Art. Autos sortierte er auf seinem Spielteppich nach sehr eigenen Mustern und Kriterien und niemand durfte es durcheinander bringen!

Wenn ich unseren Einkauf erledigte, musste ich stets auf meinen Sohnemann warten, da er es nicht mochte, wenn im Geschäft Artikel und Konserven durcheinander waren. Er drehte die Bilder nach vorn und auch wo er schön Größer war, hat er es immer noch geliebt, zu sortieren und seine kleine Schwester wurde darin eingewiesen ;-).

Trotz dieser Liebe für Ordnung in Geschäften, konnte er eine geregelte Ordnung in seinem Zimmer nicht ohne Hilfe herstellen. Ihm erschlossen sich nicht die Merkmale, die ich für ordentlich gehalten habe. Seine kleine Schwester konnte ihm da trotz fast 4 Jahren Unterschied Hilfestellung geben. Das war sehr süß anzusehen, wie sie ihm zeigte, was noch wo hingehört. 

Mit drei Jahren begann er sich für Zahlen zu interessieren. Er zählte ALLES. 

Er wollte immer wieder, dass wir ihm Aufgaben stellen. Er liebte es, wenn man mit ihm kleinere Rechenaufgaben anging und er wollte sehr bald vom Einerbereich in den Zehnerbereich rein und ab da dauerte es nicht lange bis zum sicheren erkennen der Zahlen im Hunderterbereich.

Im Auto rief er immer wieder entrüstet: "Papaaa, fahr langsamer, ich kann sonst nicht die Hausnummern kontrollieren, ob sie richtig sind!"

Im Kindergarten kontrollierte er die TÜV-Plaketten der Erzieher und wies sie darauf hin, wenn sie bald dran waren.

Mit drei Jahren konnte er die wichtigsten Telefonnummern auswendig und ab und zu rief er heimlich bei seinem Opa an (er versteckte sich gern unter unserem Bett um das zu tun, wenn wir ihm Dinge verboten hatten und er nicht einverstanden war) und fragte ihn dann, ob er ihn abholen könne. Diese Erinnerung gehört auch bei dem Opa zu den lustigsten Anekdoten, die immer gern erzählt werden.

Er konnte mit 4-5 Jahren Kontinente zuordnen und lernte wissbegierig Länder, Flaggen und Tiere in seinen heißgeliebten Kindersachbüchern. 

Ich konnte ihm am glücklichsten machen, wenn wir in der Stadt Sachbücher für Kinder gesucht und gekauft haben.

Sein stolzester Besitz war ein Globus von seinem Onkel und der alte Schulatlas vom Papa.

Im Kindergarten galt er als "Auffällig", weil er nicht in das Entwicklungsraster passte.

Statt malen, basteln und Rollenspielen als Superhelden, suchte er viel lieber Kontakt zu seiner LIeblingserzieherin oder fragte die Kinder nach ihrem Alter und Geburtstagen.

Mit 5 Jahren bildete er die Quersumme aus dem Alter seiner Kindergartengruppenkinder korrekt und begann desweiteren recht sicher im Hunderterbereich PLUS zu rechnen.

Als er eingeschult wurde und ich die Bücher gekauft habe, war er soooo aufgeregt, denn wir mussten das Mathebuch kaufen! Seine Reaktion beim ersten Blick in das Buch waren so ein enttäuschter und verzweifelter Blick und Wut und Tränen: "Ich dachte in der Schule darf ich richtig rechnen lernen! Da sind ja nur bunte Bilder drin!". Das war sehr schwer für uns, mit seiner Enttäuschung umzugehen.

Die Probleme kamen recht schnell im Schulalltag. Er war ein guter Schüler. Auch die Elternsprechtage waren sein Wissen und lernen betreffend sehr gut. Aber der Frust in ihm wuchs. Jedes Gespräch in die Richtung der Unterforderung bei den Lehrern wurde eher belächelt.

"ALLE Eltern meinen, dass ihre Kinder sehr begabt sind."

Mehr passierte nicht.

Der Frust unseres Sohnes wuchs und uns waren die Hände gebunden. Er war lustlos und genervt. Aus Eigeninitiative forderte er seine Klassenlehrerin auf, ob sie ihm nicht schwere Aufgaben geben könnte. (Anm.: seine Lehrerin war eine großartige, liebevolle Lehrerin. Ihr gebe ich da keine Schuld oder so. Eher dem Bildungssystem an sich als Ganzes!)

Als er Ende der zweiten Klasse zum Klassenclown mutierte und ein echter Störenfried wurde, hat die Lehrerin mit ihm geredet und seinem Wunsch nach Beschäftigung mit schweren Aufgaben nachgegeben. 

Daraufhin wurde ich zum Gespräch gebeten.

Und es dauerte nur wenige Tage, da war er ein Schüler in Ende der dritten Klasse.

Das war emotional schwer, wenn auch lerntechnisch kein Problem.

Aktuell ist er in der achten Klasse und kommt super mit. Mit einigen Tiefen und auch frustreichen Phasen.

Auch ist es nicht Ohne, wenn alle Kinder der Klasse locker 1 1/2 Jahre älter sind und thematisch pubertätsbedingt einfach schon in anderen Bereichen unterwegs sind.

Da gibt es viele Vor- und Nachteile, wenn man das Kind eine Klasse überspringen lassen muss/darf, wenn es schon in der "normalen" Klasse das jüngste Kind ist.

Aber es war kein Spaziergang. Emotional. Kräftemässig.

Auch aktuell zeigt es sich, dass Kinder/Menschen mit höherer Begabung oft Probleme mit "Lernfächern" statt "Logikfächern" haben.

Unser Sohn hat NIE das Lernen gelernt. Und lernen ist z.B. für Latein und Englisch und Formeln etc unerlässlich.

Ein Kind mit höherer Begabung oder gar Hochbegabung (erst ab einem IQ ab 130, den unser Sohn nicht hat und somit "nur" über dem Durchschnitt ist und NICHT hochbegabt!) benötigt genauso viel Zeit und Investition wie ein Kind mit geringer Begabung! 

ANDERS, aber EBENSO!

Ich möchte keinesfalls den Eindruck erwecken, dass ich auf Stimmungsfang bin, wie TOLL unser Sohn ist.

Er IST toll! Keine Frage!

Aber er ist es nicht, weil ich toll bin oder es geschaffen habe wie er ist.

Gott schafft ALLE Menschen nach seinem Bild und doch einzigartig! Verschieden in Begabungen und im IQ und in Talenten und Interessen.

Aber ALLE Großartig, Gewollt und Besonders.

Gott hätte uns ebenso ein Kind mit Down-Syndrom schenken können und es wäre trotzem UNSER BESONDERES und GELIEBTES Kind gewesen. 

Gott hätte unseren Sohn geistig behindert schaffen können und das Schicksal lenken können, dass der Sauerstoffmangel einen irreperablen Schaden verursacht hätte.

Das macht uns demütig.

Weil wir erkennen und wissen, dass NICHTS in unserer Hand ist.

Nicht mal unser nächster Atemzug.

Aber mir ist es ein Anliegen, dass Anderssein nicht bewertet oder gewertet werden muss.

Kinder können nichts dafür, wie Gott sie uns gibt.

Sie brauchen unsere Hilfe, unser hinsehen, Unterstützung und LIebe um zu wachsen und ihr Potenzial (EGAL in welcher Richtung!) zu nutzen!

Unsere Erfahrungen waren oft anstrengend und auch einsam, was unseren Sohn anging.

Aber ich nehme deshalb meinen Mut zusammen und schreibe darüber.

Weil jedes zweite höher begabte oder gar hochbegabte Kind bleibt UNERKANNT!!!! aus UNWISSENHEIT!!!!

Und das ist Schade.

--> HIER gibt es
gute Links und Informationen.

Auch der Kinderarzt kann bei
Vermutungen und Fragen helfen.